Irina Rastorgueva

NOTIZEN AM RINGRAND


Videotagebuch. Animationsfilm. Computer, Videokamera, Aquarell und zwei Pinsel

#trash#fashion#berlin
Mode-Vitrine. Kleidung aus Einkaufstaschen, -tüten, -netzen

portfolio

Notizen am Ringrand +++ Zurückbleiben, bitte! +++ Eine Reise im und um den S-Bahn-Ring mit Live-Kommentaren +++ Erinnerungen, Umstiege, Stationen +++ Ersatzverkehr, Lektüren, Zurufe +++ Architektur, Mauerbau, Zeitmauer, Mauerfall +++ Schiene und Prellbock, überhitzte Bremsen, gefrorene Weichen +++ Friedhof, Gedenken, Katakomben, Tunnel Kanäle +++ Brücken und Brachen +++ Industrie, Kommerz und Kunst (am Bau) +++ Grünanlagen, Kioske, Begegnungen, +++ alle lebenden Personen sind real und überzeichnet +++ Die Fahrausweise, bitte!

MODE ist aus keiner Großstadt wegzudenken. MODE ist Thema des Mainstreams wie es Recycling und der Klimawandel sind. MODE ist Kunst, die gebraucht wird. MODE ist angewandte Kunst, wo die Kunst in der Anwendung versagt. Kunst wird gebraucht wie Luxus, der das Abzeichen der Freiheit am Revers des Einzelnen ist. MODE beginnt, wo ein Mensch sie trägt wie ein Schauspieler auf der Bühne sein Kostüm. MODE ist Form, also Oberfläche. MODE soll sitzen, was sie, wenn sie gut ist, oft nicht tun wird, denn sie stört. Sie stört, je mehr sie die Grenze zur Moderne streift. Moderne ist die nicht tragbare MODE. Tragbares ist Sache der Industrie, die die Stangen behängt und Müllberge anhäuft. MODE ist Müll. MODE ist Theater. MODE ist Zoo. MODE plündert die Epochen, sie wirkt in der Diskontinuität, überraschend, antihistorisch, sie setzt ihre Marken wie Querschläger in den Konsens. MODE mag unbequem sein, nachhaltig nie, du wirfst dich weg, wenn du sie siehst: MODE ist aus keiner Großstadt wegzudenken.

Irina Rastorgueva


geboren 1983 in Juschno-Sachlinsk, arbeitet als Autorin und Graphikerin in Berlin. Sie studierte Philologie an der Staatlichen Universität Sachalin und arbeitete als Kulturjournalistin für mehrere russische Zeitschriften und Radiosender. 2006-2015 war sie Dozentin für Journalistik an der Staatlichen Universität Sachalin. 2011 gründete sie das Kulturmagazin ProSakhalin. Von 2011 bis 2017 war sie Dramaturgin am Tschechow-Theater Sachalin, 2015 künstlerische Produktionsleiterin des Far Eastern Theatre Forum / Theatre go round Festival in Sapporo 2015. 2017 Installation «Brecht-Benjamin-Passage» mit Martin und Birn an der Akademie der Künste. 2018 mit Thomas Martin «Kommunalka 55» in der Galerie BQ.