Einführung in die Kommunikationstheorie

Forscher aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaft arbeiten an Kommunikationsfragen. Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Linguistik, die Soziologie, die Kulturwissenschaft, die Informationstechnologie, die Philosophie und viele andere.

Kommunikation ist der Prozess der Übermittlung von Informationen. Biologische Kommunikation ist die Übertragung von Informationen von Zelle zu Zelle. Soziologische Kommunikation ist die Kommunikation zwischen Menschen unterschiedlicher Gruppen. Technische Kommunikation über Straßen, Wasserrohre, Stromleitungen – all dies sind Formen der Kommunikation. Es gibt etwa 30 verschiedene Kommunikationsmodelle, aber keines davon ist perfekt.

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts gab es nur ein einziges Kommunikationsmodell, das von Aristoteles entwickelt wurde. Es ist einfach und wir kennen und benutzen es alle: Sprecher – Rede – Publikum. Mit anderen Worten: Kommunikator – Mitteilung – Kommunikant.

Im Jahr 1948 veröffentlichte der amerikanische Politologe Harold Lasswell einen Artikel “The structure and function of communication in society”, in dem er sein Modell der Kommunikation vorstellte. Es war sogenannte 5-W-Formel, die sich mit der Frage befasst, „Wer (sagt) Was (zu) Wem (in) Welchem Kanal (mit) Welcher Wirkung“, im Original: “Who (says) What (to) Whom (in) What Channel (with) What Effect”. Daraus leitete er das erste Modell der Massenkommunikation ab. Es basierte auf den Erfahrungen mit der Propaganda während des II. Weltkriegs. Das 1949 folgende Modell war ein mathematisches Modell, entwickelt von den Begründern der Informationstheorie, Claude Shannon und Warren Weaver.

Das Shannon-Weaver-Modell ist ein lineares Kommunikationsmodell, das einen Rahmen für die Analyse der Art und Weise bietet, wie Nachrichten gesendet und empfangen werden. Es ist vor allem dafür bekannt, dass es erklären kann, wie Nachrichten beim Senden und Empfangen verwechselt und fehlinterpretiert werden können. Mit Hilfe einer mathematischen Theorie der Kommunikation versuchte Shannon die Punkte, an denen die Kommunikation gestört ist, exakter identifizieren zu können. In seinem Artikel “A Mathematical Theory of Communication” erklärt er das Ziel seines Modells:

“The fundamental problem of communication is that of reproducing a message sent from one point, either exactly or approximately, to another point”. Shannon, C. A Mathematical Theory of Communication. The Bell System Technical Journal, 1948, 27(1): 379-423. p. 379. Mehr lesen»

Im 1960 erschienenen Werk „Linguistik und Poetik“ stellt der Sprachwissenschaftler Roman Jakobson sein Kommunikationsmodell vor. Angelehnt an die Arbeiten von Karl Bühler, einem deutschen Denk- und Sprachpsychologen und Sprachtheoretiker in den 1930er Jahren, schlug er ein Modell der verbalen Kommunikation vor, das über grundlegende Übertragungsmodelle hinausgeht und die Bedeutung der beteiligten Codes und sozialen Kontexte hervorhebt.

Jakobson skizziert sechs konstitutive Faktoren, die seiner Meinung nach für jeden Akt der verbalen Kommunikation gelten. Er geht davon aus, dass jeder dieser sechs Faktoren –Adressat, Nachricht, Kontext, Kontakt, Code und Adressat – eine andere sprachliche Funktion bestimmt. Sein Modell zeigt, dass Botschaften und Bedeutungen nicht von kontextuellen Faktoren isoliert werden können.

1953 führte Theodore M. Newcomb von der Universität von Michigan sein Modell der Kommunikation ein. Der Hauptzweck dieser Theorie besteht darin, die Rolle der Kommunikation in einer sozialen gesellschaftlichen Beziehung und die Aufrechterhaltung des sozialen Gleichgewichts innerhalb des sozialen Systems darzustellen. In seinem Diagramm wird die Nachricht nicht als eigenständige Einheit dargestellt, sondern nur durch die Verwendung von Richtungspfeilen angedeutet. Er konzentriert sich auf den sozialen Zweck der Kommunikation und zeigt sie als Mittel zur Aufrechterhaltung von Beziehungen zwischen Menschen.

Gelegentlich wird dieses Modell auch als „ABX“-Modell der Kommunikation bezeichnet.

Das Newcomb-Modell funktioniert in einem dreieckigen Format oder A-B-X-System.

A – Sender (Kommunikationsmittler)

B – Empfänger (Kommunikationsmittler)

X – Gegenstand der Rede

Die Beziehung zwischen A und B entspricht der zwischen Schüler und Lehrer, Regierung und Öffentlichkeit oder Zeitung und Leser. Sender und Empfänger können in gleicher Richtung) arbeiten, aber zur gleichen Zeit kann ein Faktor wie „X“ den Fluss ihrer Beziehung beeinflussen. „X“ kann eine dritte Person, ein Problem, ein Thema oder eine Politik sein.

Um ein allgemeines Schema-Modell der sozialen Kommunikation vorzustellen, müssen die wichtigsten Elemente hervorgehoben werden, ohne die der Kommunikationsprozess nicht möglich wäre.

Der Quellkommunikator, der Adressat, formt und sendet die in Zeichen kodierte Botschaft.

Der Kommunikationscode bestimmt die Reihenfolge, die Regeln der Auswahl, Kombination und Anordnung der Zeichen der Nachricht (Botschaft) selbst.

Kommunikationskanäle sind die materiellen Medien der Kommunikation (natürliche Kanäle, z. B. die Klangfarbe der Stimme, und künstliche Kanäle wie Zeitungen, elektronische wie Radio, Fernsehen, Internet.

Eine Mitteilung wird über einen Kanal übertragen und enthält in verschlüsselter Form gesellschaftlich oder individuell bedeutsame Informationen. Sie ist eine endliche und geordnete Menge von Zeichen, die nach bestimmten Regeln der Rechtschreibung, Grammatik, Syntax und Logik angeordnet sind. Botschaften bestehen aus Zeichen (nonverbale Zeichen, Bilder, Musik, Worte, Texte aller Gattungen und dem Kontext (Situation, situativer Faktor), der das Verständnis der Bedeutung der Botschaft beeinflusst.

Der Begriff „Kontext“ ist ebenso wichtig wie der Begriff „Text“. Kontext impliziert eine bestimmte Organisation des Textes der Nachricht. Der Kontext gibt an, in welchem kulturellen Raum ein bestimmter Text präsentiert wird, wie Symbole in einem bestimmten soziokulturellen Kontext verstanden werden können.

Der Inhalt der Mitteilung selbst.

Der Rezipient, der Empfänger, der Kommunikant empfängt und dekodiert die Information.

Je weniger Barrieren (Rauschen, Filter, Störsender) die angemessene Wahrnehmung von Informationen verhindern, desto effektiver ist der Kommunikationsprozess.

Im Alltag verwenden wir täglich verschiedene Arten und Modellen der Kommunikation. Das Problem ist, dass die Menschen Informationen über verschiedene Kanäle lesen können. Information können hörbar, sichtbar, fühlbar, riechbar und schmeckbar sein. Es ist also unmöglich, ein perfektes Kommunikationsmodell zu finden, das für alle Arten von Kommunikation geeignet ist. Es gibt kein perfektes Kommunikationsmodell.